Montag, 13. April 2020

Lebensraum für Eidechsen: Erweiterung mittels Sandarium

Mit kleineren Änderungen und einer natürlicheren Art zu gärtnern haben sich jetzt im dritten Jahr in Folge Mauereidechsen in meinem Garten etabliert. 

Mauereidechse an der Spitze der Totholzecke, im Hintergrund geschichtetes Pampasgras
Im folgenden möchte ich beschreiben, was es dazu braucht und wie man den Lebensraum erweitern und ausbauen kann. 

Mauereidechse am neu angelegten Sandarium

Die Grundbedingungen waren in meinem Garten sehr gut (wie sich jetzt heraus gestellt hat). Ich habe den Garten vor 8 Jahren meinen Eltern übernommen und arbeite darin nun komplett anders: natürlicher, ökologischer und in jedem Fall wilder. Und ich versuche an vielen Stellen ganzjährige Lebensräume für Insekten und Reptilien zu schaffen.

Pampasgras vor...
...und nach dem Schnitt


















Was war also vorhanden? 
Ein riesiges Pampasgras, mit welchem mich eine tiefe Hassliebe verbindet, eine "gepflegte" Kompostecke, viele Randbeete mit Bodendeckern und einem ausgesprochen gepflegtem Bewuchs mit diversen Ziersträuchern, eine Teichwanne mit einem Volumen von etwa 300l (die auch schon damals ein kleines, wundervolles Biotop abgab) und eine intensiv bemähte Wiesenfläche, die auch mindestens 1x/ Jahr vertikutiert wurde.

Was habe ich in den letzten Jahren verändert? 

Pampasgras:
Ich habe das ca. 35 Jahre alte Pampasgras zu Anfang noch 1x/ Jahr beschnitten und die Abfälle so gut es ging kompostiert. Damit habe ich vor 4 Jahren aufgehört. Ich schneide es nun nicht mehr in jedem Jahr herunter, sondern nur noch ein über das andere Jahr (es wird sonst einfach zu ausladend). Das Schnittgut entsorge ich nicht mehr über den Komposthaufen, sondern lege es um den Pampasstrauch herum. So entsteht eine recht große, sehr dick gemulchte Schicht, die durch das getrocknete, feste Gras weder schnell verrottet noch anfängt zu schimmeln. Die Schicht liegt verhältnismäßig locker auf dem Boden, da die Beschaffenheit des Pampasgrases eine viel stärkere ist, als z.B. Rasenschnitt oder Häckselgut.

Sogar ein Igel lebt im Gras- kurz wach geworden und kurz darauf im Dickicht verschwunden.
Die entstandene Fläche nimmt in etwa den späteren Durchmesser des Grases ein, wenn es im Sommer in die Höhe gewachsen ist und dann zur Seite abfällt- von daher wäre ein Bewuchs mit anderen Pflanzen nicht wirklich möglich.
Das abgestorbene Gras ist für Reptilien ein wichtiger Bestandteil des Lebensraumes und der Gärtner kann so das angenehme (pflegeleicht) mit dem nützlichen verbinden. Ausgehalten werden muss die Optik, die im Auge des Naturschützers wunderschön ist, jedoch aus gewohnter Gärtnersicht wild und chaotisch zu sein scheint. Desweiteren habe ich zwischen der Terrasse und dem Pampasgras noch einen recht trockenen Totholzhaufen aufgeschichtet, der ebenfalls im Sommer überwachsen wird und somit sehr geschützt steht.
Der Schnitt des Grases erfolgt alle 2 Jahre im März auf ca. 60-70cm Höhe. So bleibt der Kern des Grases bestehen und wird nie verändert. Bei jedem Naturgarten ist es wichtig, dass die Pflanzabfälle im Garten verbleiben- sei es durch Kompostierung oder (noch ökologischer) als Mulchflächen.

Kompost:
Die Kompostecke ist auf der einen Seite durch eine Hecke begrenzt und auf der anderen Seite durch einen so genannten Wall mit 4m Tiefe, der den Kleingärtner von der Außenwelt, in diesem Fall den dort lebenden Nachbarn und ihren Hausgärten, trennt. Dieser Wall ist bei mir derzeit nur noch locker bewachsen, da ich dort nach wie vor den mühsamen Kampf gegen die Ackerwinde betreibe (vgl. hierzu den Artikel "Kampf gegen die Ackerwinde ohne Gift").

Zwischen den Kompostkisten im Hintergrund der Anfang der Totholzecke um 2016
In der Ecke wächst eine wunderschöne, sehr hohe Heckenrose, die unter sich einen natürlichen Hohlraum gebildet hat. Dort habe ich eine recht große, eher feuchte und schattige Totholzecke geschaffen, die in jedem Jahr ein wenig höher und breiter wird, immer abhängig davon, wie viel nicht häckselbares Schnittgut anfällt.


Zierpflanzenbeete:
Diese habe ich massiv ausgedünnt und bestücke sie in jedem Jahr mit diversen 1-2 jährigen insektenfreundlichen Pflanzen, nützlichen Kräutern und Heilpflanzen (vgl. hierzu "Lebensräume im Kleingarten", im Artikel werden auch viele Pflanzen kurz vorgestellt). 2jährige, eher als invasiv beschriebene Wildblumen sortiere ich ggf. aus und pflanze sie in den mittleren Bereich meiner Wiese. So ist ein ca. 15-20qm großes Wildblumenbeet entstanden, auf dem neben der natürlichen Vegetation recht viel an Fingerhut, Verbenen, Nachtkerzen, ein paar Ringelblumen, ein zugewandertes Mutterkraut, Kamille und diverse andere Pflanzen zu finden sind.  



Hinzugepflanzt habe ich noch Alant, an Saatgut streue ich in jedem Jahr ein paar gemischte Blumensamen hinzu und die ein oder andere Sonnenblume findet dort ebenfalls einen Platz. Alle Zier- und Wilbeete werden von mir exzessiv gemulcht, alles Schnittgut wird soweit wie möglich gehäckselt und mit dem anfallenden Rasenschnitt auf den Beeten verteilt. In den schattigen Ecken haben sich ein paar Farne durchgesetzt, diese schneide ich gelegentlich hinunter, belasse aber auch hier sowohl das Schnittgut als auch die über den Winter abgestorbenen Blätter am Ort. So bilden sich höhere Aufschichtungen mit vielen kleinen Versteckmöglichkeiten.

Nachtkerzen im Wildblumenbeet
Desweiteren gibt es noch einen kleinen Streifen mit Bergminze und einen Teil Nutzgarten, der mit mehrjährigen Kräutern bepflanzt ist (Salbei, Liebstöckel, Ysop, Teefenchel, Schnittlauch, griech. Oregano). Alle Kräuter dürfen zur Blüte und meist auch zur Samenbildung kommen. Die Beete werden erst im Frühjahr gesäubert, um so allen Lebewesen noch ein größtmögliches Nahrungs- und Schutzangebot zu bieten. In den Zierbeeten gibt es in jedem Jahr kleinere und größere Veränderungen, wobei der Grundstock an ein und zweijährigen Pflanzen in der Anzahl variieren kann.

Blumenstreifen aus 2019, in diesem Jahr wieder Anbaufläche.

In einem Jahr hat es mehr Kamille, im anderen mehr Phacelia- Garten ist auch immer ein bisschen Veränderung. Auch in den Zierbeeten finden sich ein paar Beerensträucher, insbesondere schwarze Johannisbeeren.

Wiese: 
Da ich mich leider auch ein wenig an die Gepflogenheiten des Kleingartenvereines halten muss (und eben auch nie genug Mulchmasse haben kann) wird meine Wiese zum Teil auch regelmäßiger gemäht als es von vielen Natur- und Umweltschützern empfohlen wird. Einmal im ganz zeitigen Frühjahr nach den ersten schönen Tagen, dann erst wieder, wenn das Wiesenschaumkraut verblüht ist (in etwa Mitte Juni).

Das Wiesenschaumkraut dienst dem Aurorafalter als Nahrung und Eiablageort
Zwei kleinere Flächen, die nah an die Nachbarn herangehen, werden recht häufig gemäht während die Hauptwiese einmal im späten August eine dritte Mahd bekommt. Wenn zu viele Grassamen gebildet werden, ziehe ich gelegentlich noch einmal mit der Akkusense auf ca. 20-30 Höhe über die Wiese. Zwischen 2 Obstbäumen habe ich dann das oben bereits erwähnte Wildblumenbeet angelegt, dort wird nicht gemäht und nur sehr selten unerwünschtes Kraut enfernt (leider ein Paradies für den kriechenden Hahnenfuß).

Anbauflächen: 
Diese sind weitestgehend beibehalten worden, einzig 4 Hochbeete wurden angelegt. Jeweils zwischen 2 der Hochbeete existiert ein ca. 30-40cm breiter und 1m hoher Zwischenraum, den ich auch mit abgestorbenem Pflanzengut auffülle.

Der mittlere Zwischenraum ist jetzt mit Pflanzenabfällen aufgeschichtet worden
Auch hier wieder: Versteck und Unterschlupf für alles Kleingetier.

Mein Tümpel: 
Der ca. 300l Wasser fassende Tümpel ist weitestgehen unverändert und bot schon immer einen wundervollen Lebensraum für Molche und einen bis drei Frösche. Er wird 1x/ Jahr vom gröbsten Unrat befreit (Blätter), die Schlammschicht am Boden bleibt jedoch bestehen.

Frosch am Tümpel, rechts Pampasgras, dahinter die Terrasse
Der Tümpel ist noch nie gekippt, er ist nicht bepflanzt, bildet aber in jedem Jahr eine dichte Schicht Wasserlinsen. Der Tümpel grenzt unmittelbar an das Pampasgras.

Nun aber zurück zu den Eidechsen: 
Diese sind meinen Beobachtungen nach erst seit etwa 3 Jahren ein wenig seßhafter geworden. Die meisten Mauereidechsen sind recht standorttreu mit Revieren zwischen 15-50qm, manche finden jedoch kein eigenes Revier, daher kann die Population je nach Lebensraum höher ausfallen.
Als Hauptursache für die Verbesserung des Reviers nehme ich an, dass tatsächlich die Veränderung am Pampasgras der Grund dafür ist. In den letzten beiden Jahren konnte ich auch im April für ein paar Wochen eine Ringelnatter im Gras und im Tümpel beobachten (siehe auch hier: "Ringelnatter im Kleingarten" und "Ringelnatter erwischt Molch"), somit scheinen die Reptilien in meinem Garten zuzunehmen.


In diesen Tagen konnte ich zudem an mehreren aufeinander folgenden Tagen mehrmals täglich die Mauereidechsen bei ihren Streifzügen beobachten. Der richtige Zeitpunkt, um den Lebensraum ein wenig auszubauen. Ich möchte schon seit ein paar Jahren ein Sandarium haben, quasi eine Art Sandbeet, welches Reptilien eine Möglichkeit anbietet, ihre Eier abzulegen und sie dort von der Sonne ausbrüten zu lassen.


Kurz sonnen und dann sofort weiter...
Da ich mir jedoch sehr unsicher war, wo genau der ideale Standort dafür ist, habe ich es immer wieder vor mir her geschoben. Durch die Wanderungen der Echsen ergab sich dann aber auch der Standort: In einer Ecke meiner recht großen Terrasse. Mit einem Randbau und einem schwarzen, wasserdurchlässigem Unkrauflies habe ich eine Fläche von ca. 1,5- 2qm abgeteilt, mit Steinen umrandet und mit Sand befüllt. In einer Ecke habe ich kleinere Kiesel- und Schottersteine eingefüllt und das Ganze dann noch mit ein paar Tothölzern bestückt.


Die Ecke selbst ist zur Hälfte vollsonnig und zur Hälfte teils im Schatten (durch die Steine). Sie bietet Kletter- und Versteckmöglichkeiten, heizt sich im Sommer gut auf und wird in der Prognose nicht stark mit Herbstlaub verunreinigt. Das Sandarium grenzt unmittelbar an das Pampasgras bzw. an die Mulchdecke und an eines der eher wilden Beete (Walderbeeren bieten hier Schutz). Gleich am nächsten Tag wurde das Sandbeet auch mehrfach beklettert und augenscheinlich "angenommen". Zwei Männchen haben sich auch bereits den ersten Kampf geliefert- es ist halt Paarungszeit. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt und sollten die Eidechsen darin nicht brüten, so bleibt eine gute Fläche für Sandbienen, die in meinen Augen auch meine Terrasse deutlich aufwertet.

2 Echsen, eine ganz links, eine rechts
Fazit: Auch ein kleiner Garten ist ein komplexes Ökosystem, bei dem viele Bausteine ineinandergreifen. Insekten sind Nahrung für Vögel, Igel, Reptilien und wieder für andere Insekten, Eidechsen und Molche dienen auch anderen Tieren sowie auch Schlangen als Nahrung und doch ist jedes von diesen Lebewesen schützenswert... es ist ein Kreislauf, bei dem manchmal Kleinigkeiten über Erfolg und Mißerfolg entscheiden und der von einem selbst viel Geduld fordert. Die Bilder, die man dann jedoch unmittelbar in seinem eigenen Lebensraum bekommt sind unbezahlbar und bestärken mich in jedem Jahr aufs Neue langsam und mit Bedacht daran weiter zu arbeiten.











Sonntag, 29. Dezember 2019

Gedanken zum Jahreswechsel anhand des so genanntes Klimapaketes

2019 neigt sich dem Ende zu- Zeit für einen kleinen Rückblick und ein paar Gedanken. 



Der zweite heiße Sommer in Folge. Mit Dürre, toten und sterbenden Bäumen, globalen Waldbränden in einem Ausmaß, welches wir lange nicht so konzentriert erlebt haben, einem Klimapaket, welches seinen Namen meiner Meinung nach nicht verdient hat und einer Konzentration auf polarisierende Themen, die lediglich dazu führen, dass sich dieses Land mehr und mehr entzweit.

Ent-Täuschung

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich leider zu dem Schluss, dass eine verantwortungsvolle Politik im Sinne der so genannten "Bevölkerung" (also der Menschen!!!) augenscheinlich nicht mehr möglich ist. Keine neue Erkenntnis, keine Frage, aber immer noch war ich in dem guten Glauben, dass sich schon alles finden wird. Naja, wie heißt es so schön? Das Ende der Täuschung hat auch mich erreicht. Ich wurde ent-täuscht. Nicht, dass ich darüber traurig wäre, im Gegenteil, eine Enttäuschung gibt ja eigentlich nur Preis, was wahrlich zu verbergen versucht wurde. Und daher bin ich fast schon dankbar für die Demontage auf so vielen Ebenen, die ich im letzten Jahr beobachten konnte.

Tempolimit?

Da wird als einziges Land innerhalb Europas beschlossen, dass ein Tempolimit nicht eingeführt wird. Hier lege ich den Umweltaspekt mal kurz beiseite und konzentriere mich einzig auf den Wert des menschlichen Lebens: Wie verantwortungslos ist ein Politiker, wenn er den Verlust menschlichen Lebens fast schon als Kollateralschaden hin nimmt? Und wenn nur ein Leben gerettet werden kann, welches nicht unverschuldet durch einen anderen Fahrer ausgelöscht wird, so ist das verdammt noch einmal Grund genug, es den anderen Ländern gleich zu tun und mitzuziehen. "Raser" wird es immer geben, ob mit oder ohne Tempolimit, aber ist es ethisch, moralisch und vor allem menschlich noch zu unterstützen indem ein Tempolimit abgelehnt wird?


Erhalt statt Wachstum

Was hätte unser Land für Chancen wenn nicht Machterhalt und Wirtschaftswachstum so im Vordergrund stehen würden... Es wären fantastische Möglichkeiten, die sich bieten würden. Hier kurz eine Erläuterung meiner persönlichen Meinung: Ich bin für einen Erhalt des Standarts, ausbaufähig wären natürlich und selbstverständlich die sozialen Bereiche auf allen Ebenen (Pflege, Krankenhäuser, Schulen, KiTas, soziale Institutionen für obdachlose Menschen, für behinderte Menschen, die Teilhabe aller Menschen, egal welcher Herkunft und alle weiteren), ich bin aus diversen Gründen nicht für ein permanentes Wirtschaftswachstum- das führt in der Regel irgendwann zum Kollaps. Aber ich bin für die Entwicklung von innovativen Lösungen, die zu einem nachhaltigen und glücklichen Miteinander führen können, welches Mensch, Natur und Umwelt in Einklang bringt.
Das Geld wäre da, spätestens wenn es nicht mehr um Gewinnmaximierung gehen würde.

Umverteilung

Eine sinnvolle Umverteilung von Geldern wäre eine gute Möglichkeit, um gemeinsam langsam und nachhaltig in eine bessere Zukunft zu gehen. Subventionen für umweltschädigende Industrien können von Jahr zu Jahr reduziert werden, zugunsten der Industriezweige, die sich als nachhaltig und umweltschützend erweisen. Jeder Betrieb kann sich so während des Zeitfensters Gedanken um die Möglichkeiten des Wandels in seiner Firma machen. Konventionelle Landwirte hätten Zeit sich dem ökologischen Anbau zuzuwenden, Massentierhaltung könnte endlich Geschichte werden. Auch sollte die regionale Produktion stärker in den Fokus gerückt werden. Die globale Vielfalt, die z.B. in den Obst- und Gemüseregalen zu finden ist mag verlockend sein, doch es gibt eine Vielzahl heimischer Superfoods, die mehr und mehr innerhalb kürzester Zeit in Vergessenheit geraten sind... Nur weil wir meinen, dass wir immer wieder etwas neues benötigen würden. Neu wäre mittlerweile aber tatsächlich das Alte wieder zu entdecken, insbesondere in Bezug von regionalem und vor allem saisonalem Obst und Gemüse- und dies zu fairen Preisen, während Importprodukte massiv im Preis steigen sollten- und zwar abhängig von ihrer Herkunft, ihrer Produktionswege und den fairen Löhnen für die Landwirte in den jeweiligen Regionen.

Textilindustrie

Gleiches sollte für Kleidung gelten- ein Land wie unseres kann und darf es sich nicht weiterhin leisten, den Verkauf von Billigtextilien unter den gegebenen Umständen weiterhin zu gestatten. Ja, Kleidung muss für jeden Geldbeutel erschwinglich sein, aber darf es dies unabhängig davon, welches Leid dafür anderorts unterstützt wird? Und auch hier könnte ein Preisanstieg im Rahmen der Transportkosten und zugunsten der Löhne in den jeweiligen Betrieben eine Möglichkeit sein, um die Aufmerksamkeit wieder mehr in unser Bewusstsein zu transportieren. Auch ist es zwingend erforderlich, dass die Herstellung und die Herkunft in Hinblick auf die Arbeitsbedingungen hin überprüft werden- und wenn diese mit den aktuellen Menschenrechtskonventionen nicht in Einklang zu bringen sind, dann ist so ein Handel nicht zu gestatten. Hört sich zugegeben  radikal an, aber ich fürchte, dass uns allen ein wenig der Blick verloren geht- der Blick auf Werte, sowohl menschlich als auch materiell.

Zeit und Geld- verkehrte Welt

Wir alle klagen über zu wenig Zeit, doch wofür geben wir diese aus? Was ist in den letzten Jahrzehnten dazu gekommen? 24- Stunden Fernsehen, Handy, Internet, soziale Netzwerke... Haben wir alle wirklich keine Zeit mehr, um z.B. unsere Lebensmittel selbst zu verarbeiten? Ein weiterer Punkt, den ich zunehmend nicht verstehe. Warum ist z.B. Mehl billiger als das Korn aus dem es gewonnen wird? Da kostet ein Kilo Bio- Mehl Typ 550 0,95€ während das volle Korn Weizen, also unverarbeitet, im Kilo bei 1,45€ liegt (gleiche Marke wohlgemerkt). Für mich eine verkehrte Welt.

Fridays for Future und die Möglichkeiten

Hauswirtschaft und kochen waren mal Schulfächer- was wäre so falsch daran, diese wieder zu etablieren? Will ich damit zurück in die Steinzeit? Mitnichten, nehme ich die Chancen der Fridays for Future- Bewegung als Anstoß:
Mal angenommen, wir würden die Gedanken der Schülerinnen und Schüler ernst nehmen: Könnte sich ein Lehrplan nicht dahingehend entwickeln, dass dem angewandten Lernen ein größeres Zeitfenster eingeräumt wird? Montags- Donnerstags Unterricht nach klassischen Vorgaben und Freitags die praktische Anwendung. Derzeit sind dies noch die FFF- Demonstrationen/ Streiks, wie immer man sie nennen mag, mit dem Hintergrund, gemeinsam für eine bessere Umwelt einzutreten.
Wir haben alle gelernt, dass sich Erinnerung und Gelerntes durch eine praktische Anwendung wesentlich fester verankern, als dies ein bloßes theoretisches Lernen kann. Im Rahmen von angewandtem Lernen könnte z.B. in Erdkunde das Thema Klimaentwicklung aufgegriffen werden während in Physik die Möglichkeiten der unterschiedlichen Energiegewinnung durchgenommen werden. In Kunst würden Plakate, Banner etc. erstellt und in Biologie könnte sich mit den diversen Ökosystemen beschäftigt werden. In Politik kann die Rechtslage behandelt werden: Streik- und Demonstrationsrecht. Freitags wird dann auf die Straße gegangen. Spinne ich diesen Ansatz weiter, so könnten sich pro Jahrgang Schwerpunktthemen etablieren, die durchaus mit dem Lehrplan konform gehen und gleichzeitig an einem Wochentag praktisch erlebbar gemacht werden (in diversen Ausbildungsgängen gibt es ja z.B. bereits einen Praktikumstag/ Woche). Damit würde FFF, sobald nicht mehr erforderlich, durch einen solchen Tag ersetzt werden. Dies könnte mit Exkursionen gefüllt sein oder mit gemeinschaftlichen Aktivitäten zu den behandelten Themen. In meiner Vision müsste dies realisitisch 2x/ Monat umsetzbar sein. An den anderen beiden Wochentagen (= 4 Wochentage/ Monat) könnten lebenspraktische Themenschwerpunkte gesetzt werden: Social Media, Kochen, Hauswirtschaft, Zeit- und Streßmanagement, Gärtnern u.v.m. Pro Jahrgangsstufe könnte so altersentsprechend "für das Leben gelernt werden". Hätte mir während meiner Schulzeit bestimmt mehr Spaß gemacht und somit auch mehr Motivation in mir geweckt. 

Nur Strom und Sprit ist zu wenig 

Wie also passt es in ein so genanntes Klimapaket, dass dort fast ausschließlich die Themen Strom und Sprit vorkommen?
Ich glaube, dass dies schlicht daran liegt, um die Menschen zu polarisieren und zu benutzen. Kosten für Strom und Sprit sind die Ausgaben, mit denen ganz viel Wut erzeugt werden kann- auch bewusst gesteuert. Und jemand, der seine Macht behalten mag, der scheut sich nicht wirklich, seine Konkurrenz mit allen Mitteln klein oder gefährlich zu reden.
Wie waren noch die Worte, dass der Mittelstand nicht zu sehr belastet werden darf? Und was ist passiert?
Wo werden Luxusgüter teurer, wo bleiben die, die bislang schon weitestgehend nachhaltig leben, nur leider in einer Mietwohnung und angewiesen auf den PKW? Das derzeitige Klimapaket ist für die einen ein Witz und für nachhaltig lebende Menschen ein Schlag in die... In jedem Fall viel zu wenig, viel zu sehr auf 2 Kernpunkte reduziert und mehr als ausbaufähig.

2020

Ja, ich bin ent-täuscht, aber auch dankbar dafür. Und ich hoffe weiterhin darauf, dass viele andere in ihrer Enttäuschung nicht blind werden und meinen eine so genannte "Alternative für wen auch immer" wäre auch eine echte. Und ich wünsche allen, die für eine bessere Umwelt einstehen, dass wir den längeren Atem haben!  2020 darf gerne besser werden!







Sonntag, 27. Oktober 2019

Natur- und Umweltschutz in unseren Gärten: Die Dickendorfer Mühle

Mit freundlicher Genehmigung der Familie Zöller freue ich mich sehr, dass ich den Garten der Dickendorfer Mühle hier vorstellen darf. 


Dickendorfer Mühle innen
Hier geht es zu Teil 1, eine Zusammenfassung meines Bildungsurlaubes zum Thema Natur- und Umweltschutz in unseren Gärten


Wagenrad
Die Mühle selbst wurde im Jahr 1529 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, das Gebäude selbst wurde jedoch wahrscheinlich im Jahr 1818 durch einen Neubau ersetzt. Am 1. Januar 1772 gelangte die Mühle in den Familienbesitz der Familie Zöller (Quelle: Wikipedia).

Der Eingang zum hinteren Garten
Vor Ort durften wir uns davon überzeugen, dass die Mühle selbst noch voll funktionsfähig ist. Familie Zöller betrieb die Mühle noch bis in die 90er Jahre, mittlerweile ist im Innenraum ein traumhaftes Cafe entstanden, umgeben von einem naturnah geführten Garten.

Dicht bewachsene Beete
Wie ich schon im ersten Teil erwähnte, sind die Gärten in und um Altenkirchen nicht mit den hiesigen Gärten des Ruhrgebietes zu vergleichen- sie sind einfach unfassbar groß. So auch dieser Garten, durch den Sigrid Zöller auch voller Begeisterung führt.

Blick auf den Nutzgarten und das Gewächshaus
Der Garten gehört mit zur Kräuterwind- Gartenroute Westerwald und umfasst neben einer Obstwiese, einer Anbaufläche, vielen Kräutern, einem Bauerngarten, einem Gartenpavillon und einer Weinecke auch liebevoll und ausgefallen dekorierte Nischen, Ecken und Plätze.

Die Statue wacht über den Garten
Dieser Garten macht alleine deshalb schon unglaublich viel Freude, weil es hinter jeder Kurve etwas zu entdecken gibt.

Das sind mal Bohnenstangen!
Ein verwunschen wirkendes Eisentor, der Blick auf eine Statue, kleine bepflanzte Gefäße, Stecker und sogar ein Klavier. Dazu zauberhafte Wege, die zum Teil mit Moos bedeckt sind, naturnah und doch durch Menschenhand kultiviert.

Kleine, liebevoll gestaltete Plätze finden sich überall
Sigrid Zöller selbst ist mit Leidenschaft und guter Laune dabei und diese spürt man auch, wenn man den Garten durchschreitet. Dieser ist in Hanglage, was dazu führte, dass sich (erst seit kurzer Zeit) die Anschaffung eines Aufsitzmähers nicht umgehen ließ.

Diese Treppe kann, aber muss nicht betreten werden
Auch hier wird gemulcht und trotz einer großen Wiesenfläche bleibt noch genug Platz für eine breite Vielfalt an Stauden, Gehölzen und diversen Bepflanzungen, der viel Raum für die heimische Tier- und Insektenwelt lässt.

Wurze kommen auch mit wenig Wasser aus
Der Westerwald hat seinen Namen ja nicht von ungefähr erhalten und auch der Garten der Dickendorfer Mühle liegt nahe den heimischen Nutzwäldern. Und obwohl augenscheinlich viel Natur im Umfeld zu finden ist, so ist jeder Garten, in dem sich so viel Mühe gemacht wird, eine Bereicherung für die Insektenwelt. Und dies hat dann wieder Auswirkungen auf die heimischen Vögel und Tiere.

Ein Bett, unterhalb verläuft ein Bach
Wer also einmal um Altenkirchen herum unterwegs sein sollte, dem kann ich nur die Empfehlung aussprechen, der Dickendorfer Mühle einen Besuch abzustatten. 

Ein Klavier
Herr Zöller führt übrigens ebenso mit ansteckender Begeisterung durch die Mühle selbst und das Cafe bietet selbst hergestellte Kuchen, Torten und noch einiges mehr.
Einfach und wirkungsvoll
Da ich parallel noch an einer kreativen Umsetzung der Innenaufnahmen arbeite (die sich dann in den kommenden Wochen auf meinem Blog 1AcoolART befinden werden) und sich dieser Artikel in erster Linie dem Garten widmet gibt es an dieser Stelle auch fast nur den Garten zu sehen.  Das Innere der Mühle ist ebenso vielfältig und da ich lieber Bilder sprechen lasse hoffe ich, dass es mir nachgesehen wird, dass ich hier verlinke.

Jedem Tierchen ein Unterschlupf
Weiterführende Links:
Dickendorfer Mühle unbedingt die Öffnungszeiten beachten!
Käuterwind Genußreich Westerwald

Akelei
Und weitere Bilder aus dem Garten:


Hübsch
Manches wirkt fast, als ob es noch täglich genutzt werden könnte
Nutzgarten
Nutzgarten
Schnittlauch
Treppe zum Nutzgarten
Ein Wurz
Der Pavillon in der Mitte des Nutzgartens
Die Obstbäume sind noch jung
Alte Dachschindeln als Beetbegrenzung

Hier noch eine bessere Ansicht
Und Idylle alle paar Meter
Nur zur Deko ;)
Allium
Die Wasserstelle


Wagenrad im Shabby- Chic Stil
Es passt einfach alles
Leider weiß ich nicht mehr, was das mal war.

Die Weinecke... ja, alles ein Garten
Der Teich gehört direkt zur Mühle, der restliche Garten zum Wohnhaus



Samstag, 28. September 2019

Natur- und Umweltschutz in unseren Gärten- Bildungsurlaub im Westerwald

Ich war dann mal weg... 5 Tage zum Thema Umweltschutz in Altenkirchen und drumherum. 


Blick auf die Landschaft im Westerwald
Sehr spannende Tage durfte ich im letzten Frühjahr in Rheinland- Pfalz erleben. Auf der Suche nach einem interessanten Bildungsurlaub stieß ich auf ein Angebot der evangelischen Landesjugendakademie in Altenkirchen, das Thema lautete "Natur- und Umweltschutz in unseren Gärten", gekoppelt mit der Besichtigung des Renaturierungsprojektes im Stöffelpark, einer Kräuterwanderung durch die Bacher Lay, dem Besuch des Klostergartens Marienstatt sowie dem Hachenburger "Hopfengarten" und noch ein paar anderen Stationen.

Hier darf auch wachsen, was von selbst gekommen ist
Bildungsurlaube haben ja immer ein recht straffes Programm, so auch hier mit teilweise 4 verschiedenen Stationen pro Tag.
Dieser Artikel wird sich hauptsächlich mit einer groben Zusammenfassung der Erfahrungen beschäftigen, die ich als Besucher in den Privatgärten von deren Besitzern mitnehmen konnte. Desweiteren werde ich einzelne Stationen in Folgeartikeln näher beleuchten und meine Eindrücke einfließen lassen.

Eichenwidderbock (?)
Der Westerwald bietet dem Gartenbesitzer im allgemeinen ein im Vergleich zum westlichen NRW eher rauhes Klima mit- im Frühjahr- späten und entsprechend- im Herbst- frühen Nachtfrösten, starken Winden und einer vorwiegend tonhaltigen Bodenbeschaffenheit, meist noch gepaart mit Basalt aus einer Zeit in der die Vulkane noch aktiv waren. Nichts, worüber sich ein Gärtner zunächst einmal freut.

Akelei im Vordergrund, dahinter Frauenmantel
Doch diejenigen, die sich trauen und die ich kennen lernen durfte, trotzen den Widrigkeiten und gärtnern im Einklang mit der Natur. Dies führt dazu, dass Frauenmantel und Akelei in wirklich jedem Garten anzutreffen sind, in der Regel in hübschen Verbänden und für uns nach nur 2 Tagen bereits ein "Running Gag".
Doch unsere heimischen Gewächse sind nun einmal am Besten angepasst und so war ich sehr dankbar, dass diese Gärten neben den beiden immer wiederkehrenden Pflanzen eine hohe Artenvielfalt aufwiesen, die andererorts auch gerne einmal als Unkraut bezeichnet wird.

Frauenmantel
Bei einem Landschaftsgärtner, der sich auf echte naturnahe Gartenanlagen spezialisiert hat (und der netterweise Kiesgärten als Auftrag gar nicht erst annimmt) wurde klar, was Umweltschutz so alles beinhalten kann. So verfügt die Firma über ein recht großes Gelände, auf dem diverse Materialen die Chance auf Recycling haben. Alles, was bei Neuanlagen weichen muss und in irgendeiner Art in anderen Gärten wiederverwendet werden kann, wird dort zwischengelagert- von Holz über Stein, Kies, Sand und bisweilen auch Pflanzen.

Beinwell
Bei der Pflanzenwahl werden Gehölze empfohlen, die mit den klimatischen Bedingungen klar kommen und im Gesamtbild über das Jahr hinweg immer wieder einen "Hingucker" bieten. Gleichzeitig sollte es auch Wiesenflächen geben, die nur ein bis maximal zweimal pro Jahr gemäht werden, damit die Insektenvielfalt bewahrt werden kann. 2 Dinge haben mir dort am Besten gefallen: Ein Tonkasten für die Kinder (eben kein Sandkasten) und Hochbeete, die aus alten Grabeinfassungen entstanden sind.

Unbestimmt
Die Sache mit den Wiesen zog sich ebenfalls durch alle Gärten, die wir besichtigt haben: Lasst wachsen, was wachsen darf und mäht nicht immer alle Flächen radikal hinunter. Die erste Mahd sollte eigentlich erst Ende Juni erfolgen, ja, ich gebe zu, dass ich es in diesem Jahr partiell nur bis Ende Mai "ausgehalten" habe (da war das Wiesenschaumkraut verblüht). Nur ein Beispiel für das "Warum?": Der Aurorafalter benötigt als Futterpflanze auch für die Raupen das Wiesenschaumkraut und die Knoblauchrauke. Ersteres blüht bis etwa Mitte/ Ende Mai. Damit die Raupen nun genug Nahrung finden sollten natürlich diese Pflanzen so lange wie möglich stehen bleiben. Die Verpuppung findet dann meist in Bodennähe statt, so dass beim ersten mähen keine großen Schäden entstehen.

Wiese
Für eine vielfältige Wiese sind allerdings auch entsprechende Vorüberlegungen notwendig: Welche Wiese habe ich bzw. möchte ich haben? Dies ist vom Boden und den klimatischen Bedingungen abhängig. Es gibt feuchte Fettwiesen, trockene Magerwiesen und einiges dazwischen. Am einfachsten ist es, wenn man die gegebenen Bedingungen nutzt und dementsprechende, vorzugsweise regionale, Saatmischungen aufbringt. Es ist aber auch durchaus möglich, einfach ein paar Flächen konsequent nur 1-2x/ Jahr zu mähen und dann beobachten, was passiert. Es ist faszinierend, welche Vielfalt sich dort schon nach kurzer Zeit beobachten lässt. Ich habe mittlerweile sogar ein paar Duftveilchen, über die ich mich sehr gefreut habe und die sich jetzt weiter verbreiten können.
Zu den Wiesenmischungen gibt es die Empfehlung, eine Mischung mit Ein-, Zwei- und Mehrjährigen, aufeinander abgestimmten Pflanzen zu wählen, so entsteht nach 5-7 Jahren ein Beet, welches 1x/ Jahr gemäht und von den mehrjährigen dominiert wird.

Unbestimmt
Im Staudengarten einer sehr ambitionierten Hobbygärtnerin durfte ich 2 Wildrosen mitnehmen, die sie selbst vermehrt und "in die weite Welt" schickt. Für die erste habe ich bereits einen Platz in meinem Wall gefunden, um der 2. auch ausreichend Platz zur Verfügung zu stellen müssen erst noch Altbestände an nutzlosem Kirschlorbeer weichen. Sehr hilfreich für meinen Garten fand ich dort ihre Angaben zu Wuchshöhe, Vermehrungsbereitschaft der Pflanze und Platzbedarf im Garten. Wie oft beobachte ich Gärtner, die sich selbst geißeln, in dem sie Heckenpflanzen setzen, die als solche gar nicht geeignet sind und permanent an ihrem natürlichen Wuchs gehindert werden müssen. Überhaupt sind die meisten Hecken in unseren Gärten nicht mehr breit genug, um Vögeln und ausreichend Insekten eine Unterkunft zu bieten. Je mehr Raum eine Hecke einnehmen darf, desto weniger muss sie künstlich im Zaum gehalten werden und desto mehr Lebensraum bietet sie. Mehrere unterschiedliche Pflanzen sind dann auch kein Problem, die Neuanlage sollte dann in den ersten Jahren mit kurzlebigen, leicht zu entfernenden Stauden aufgefüllt werden.

Ein Pilz
In allen Gärten wurden mindestens einzelne Aspekte der Permakultur angewandt. Dies war dort allerdings auch ein bisschen einfacher, als es z.B. in Kleingärten oder in klassischen Hausgärten möglich ist, einfach weil ein Westerwälder Hausgarten bei ungefähr 600- 800 Quadratmetern anfängt und unsere Gärten damit oft schon übertroffen werden- dementsprechend viel fällt dann an Material an. Dennoch, Permakultur macht Sinn, ist nützlich, nachhaltig und spart Zeit und Geld. Es bedeutet, vereinfacht ausgedrückt, dass alles, was im Garten als "Abfallprodukt" anfällt, diesem wieder zugeführt wird, dass Mischkulturen gepflegt werden (und keine Monokulturen) und dass das ökologische Gleichgewicht beim gärtnern unterstützt (und umgekehrt).

Der Westerwald- ein Teil davon

Also Baum- und Strauchschnitt wird gehäckselt und auf den Beeten verteilt (Stichwort Flächenkompostierung), ebenso anfallender Rasenschnitt. Es wird kompostiert, was möglich ist (eigentlich sollten nur kranke Wurzeln nicht kompostiert werden, oberirdisches darf drauf, egal ob Braunfäule oder Mehltau o.ä.). Größere Stämme können zu Totholzecken gestapelt werden, überhaupt sollte der Garten nicht zu aufgeräumt sein (aber er sollte auch nicht komplett verwildern). Nützlinge werden angelockt und minimieren den Schädlingsbefall.

Schwebfliege
Ja, bei Blattläusen sollte man z.B. geduldig warten, die Nützlinge werden kommen! Garantiert- man muss nur aushalten, dass die Lauskolonien erst gefressen werden, wenn z.B. die Marienkäferlarven schlüpfen, d.h. der Marienkäfer macht seine Eiablageplätze vom Blattlausbefall abhängig. In diesem Jahr war mein Rainfarn über und über von Läusen übersät- nach dem Schlupf der Larven hat es nur wenige Tage gedauert und alle Läuse waren weg. Auch konnte ich im Spätsommer eine Heckenbraunelle beobachten, die sich den Lausbefall an einer kleinen Teefenchelpflanze hat schmecken lassen.

In den kommenden Wochen werde ich- auch ein wenig zeitabhängig, weitere Artikel veröffentlichen, Inhalte werden unter anderem Apothekergärten, die Bacher Lay, der Garten der Dickendorfer Mühle und der Stöffelpark sein. 

Hier geht es zum 2. Teil: 
Der Garten der Dickendorfer Mühle

Weiterführende Links: 

Landesjugendakademie Altenkirchen für den Bildungsurlaub als solchen
Arche Wyda e.V. ein Verein, der sich unter anderem für regionale Wiesenmischungen einsetzt und dem Insektensterben die Stirn bietet
Dreschflegel ein Saatgutversand mit einem umfassendem Informationsfundus