Dienstag, 15. August 2017

Wildbienenhotel DIY


Wie ich hier schon berichtet habe, versuche ich in meinem Garten einen ganzjährigen Lebensraum für die heimische Tier- und Insektenwelt zu bieten.


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage und meiner Erfahrung zu "Wie erschaffe ich ein Wildbienenhotel?". Die im Handel angebotenen Produkte halte ich persönlich mittlerweile zu einem Großteil für Bauernfängerei- guter Gedanke, oft schlecht umgesetzt: Meist sind nur etwa 50% des Füllmaterials auch wirklich für Insekten geeignet. Und nicht nur der Kasten muss den Insekten einen Platz bieten, auch der Standort spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Und so habe ich bislang beobachtet, dass nur wenige Kästen von den Insekten angenommen werden.
Und ich finde den Begriff "Insektenhotel" zwar ausgesprochen niedlich- Nisthilfe trifft es allerdings besser... egal, der Name ist zweitrangig.

An ihrem endgültigen Platz- nach 1,5 Jahren
Da ich abgestorbene, große Wurzeln mag habe ich nun im vorletzten Frühjahr eine alte Wurzel über und über mit Bohrlöchern in unterschiedlichen Größen versehen (3-10mm, in unterschiedlichen Tiefen). Die Wurzel ist so groß, dass von unten keine Staunässe entsteht und die Bohrlöcher habe ich recht geschützt an den unteren Seiten der Äste angebracht. Wer Rhododendron nimmt, dem sei mit auf den Weg gegeben, dass dieser unendlich lange braucht um endgültig abzusterben- nach jedem Regen trieb er wieder aus, obwohl der Wurzelballen im wahrsten Sinn "in der Luft hing". Alleine das warf mein Projekt um einige Monate nach hinten.

Diese Löcher sind so gebohrt, dass auch Wasser leicht abfließen kann
Die NABU empfiehlt bezüglich Nisthilfen für Insekten, dass die Löcher entgratet werden und nicht durch das komplette Holz gehen sollen. Versehentlich habe ich leider an 2 Stellen auch mal durchgebohrt. Zum Glück wissen die Insekten nicht, dass da ein Mensch am Werk war ;). Auch sollte man darauf achten, das keine Risse entstehen- und auch hier ist mir leider ein Fehler unterlaufen, die Rißbildung auf dem Bild ist deutlich zu erkennen. Letztendlich reicht es mir allerdings aus, wenn zumindest ein paar der Löcher angenommen werden- das ist mehr, als vorher da war und die Asseln freuen sich vermutlich auch.

So sollte es nicht aussehen
Da es sich um ein langwieriges Unterfangen bezüglich des Erfolges handelt, hieß es dann erst einmal, sich in Geduld zu üben... so bis zum Frühjahr des Folgejahres.

Ich habe die Wurzel von allen Seiten her inspiziert und konnte erfreut feststellen, dass einige der Bohrungen bewohnt waren. Leider habe ich kein Foto, aber es ist grundsätzlich gut zu erkennen: Bewohnte Löcher sind von außen abgedichtet.

Nur schade, dass man nicht reingucken kann. Ich freue mich immens darüber, dass die Wurzel angenommen wird. Ihren endgültigen Platz hat sie im Wall (hier mehr dazu, was so ein "Wall" eigentlich soll: "Kampf gegen die Ackerwinde ohne Gift") gefunden, in unmittelbarer Nähe zu meiner Totholzecke- vielleicht habe ich ja Glück und kann irgendwann einen Schlupf beobachten und fotografisch festhalten.
Eine zweite Wurzel ist im letzten Jahr dazu gekommen und auch diese habe ich so präpariert, dass sie hoffentlich als Übergangsheim dienen kann.

"Verkehrte Welt"... so sieht sie aber am schicksten aus.
Weiterführende, externe Links:
NABU Anleitung für Insekten- Nisthilfen

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