Sonntag, 2. August 2020

Von Gurken, Zucchinis, Cucurbitacine und ein paar Mythen

Was ist dran an den ganzen Mythen von bitteren Gurken, lebensgefährlichen Zucchinis und mordenden Kürbissen? 


Zucchini im Hochbeet

In der Netzgemeinde wird sich in diesen Tagen wieder intensiv und teilweise gefährlich halbwissend über Gefahren aus der Familie der Cucurbitaceae (Kürbisgewächse) ausgetauscht. Da ich es leid bin, fast täglich eine halbe Abhandlung in diversen Kommentaren zum Besten zu geben, habe ich mich dazu entschlossen, in diesem Artikel möglichst leicht verständlich zu erklären, was es bei Kürbissen und Gurken im eigenen Garten zu beachten gilt. 


Zuerst ein klein wenig, stark vereinfachte Theorie: 

Die Gurke (lat. Cucumis sativus aus der Familie der Cucurbitaceae) gehört ebenso wie die Zucchini (lat. Cucurbita pepo) zur Familie der Kürbisgewächse. Eine Gurke kann nun zwar auf einem Kürbis veredelt werden, eine natürliche Kreuzung zwischen einer Gurke und einem Kürbis ist aber in der freien Natur NICHT möglich! Das nur zur Info.
im Vordergrund eine Gurke
Ich beginne mal bei den Gurken, lat. Cucumis sativus: 

"Hilfe, meine Gurken sind alle bitter"- und was erhält man im schlimmsten Fall als Antwort: "Das ist lebensgefährlich, voll giftig, die ganze Pflanze muss weg, die hat sich mit einem Kürbis verkreuzt und ist jetzt mutiert!" oder, etwas harmloser: "Du musst immer vom Stielende schälen, das hat die Oma auch immer gemacht, die hatte nie bittere Gurken".
Hm- da ist man doch erstmal massiv verunsichert, oder?

Und was ist dran? 
  1. Ja, der Bitterstoff, den die Gurke entwickelt hat, ist giftig- das stimmt, der Bitterstoff heißt Cucurbitacine und ist einer von denen, die tatsächlich, im Gegensatz zu manchen Bitterstoffen in diversen Heilkräutern, für den Menschen ungenießbar und giftig sind. Von Übelkeit bis hin zum Tod ist alles möglich, hängt aber stark von der Konzentration bzw. der Aufnahmemenge ab. Die Cucurbitacine in der Gurke sind andere, als die, die in Kürbisgewächsen auftreten, in der Regel sind die Konzentrationen in der Gurke geringer bei ausgesprochen heftiger Bitterkeit. Es gibt ca. 40 Cucurbitacine. Bis vor wenigen Jahrzehnten hatten übrigens fast alle Verzehrgurken eine leichte Bitterkeit, die nicht schädlich war, da sehr gering konzentriert. Mittlerweile ist diese aber komplett herausgezüchtet worden.
  2. Die Gurkenpflanze muss zunächst NICHT entsorgt werden. Die Gurke ist eine wahre Diva im Garten. Sie mag am liebsten abgestandenes, den Tagestemperaturen angepasstes Regenwasser, und das regelmäßig, am Besten täglich. Die Temperaturen dürfen nicht zu warm, zu kalt oder zu schwankend (Tag/Nacht) sein und es darf nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Wasser sein. Auch mit Düngegaben muss man sehr behutsam sein. Bekommt sie dies alles nicht oder von allem zu viel, so gerät sie in Stress- japp, das nennt sich bei Gurken so, und da raus ergibt sich die so genannte Stressbitterkeit. Die Cucurbitacine befinden sich bei Gurken in den Stielen und dienen der Schädlingsabwehr. In Stresssituationen gibt die Gurkenpflanze nun diese Bitterstoffe auch in die Frucht- und schwupps, die Gurke wird vom Stielansatz her bitter. Daher kann es durchaus passieren, dass die Gurke ab Mitte zum Ende hin nicht mehr bitter ist. Werden der Stress jetzt reduziert und die Bedingungen optimiert, so kann man davon ausgehen, dass die folgenden Früchte nicht mehr bitter sind. Auf Kürbissen veredelte Gurken sind weniger anfällig, aber auch teurer bzw. schwieriger vorzuziehen. 
  3. Eine Kreuzung mit einem Kürbis ist nicht möglich, also ist diese Aussage faktisch schlicht falsch. 
  4. Eine Rückmutation kann tatsächlich auch bei Gurken vorkommen, dann wären in jedem Fall alle Früchte bitter. Ist aber sehr selten und kommt eigentlich eher vor, wenn man über Jahre sein eigenes Saatgut aus dem eigenen Anbau verwendet. Um dies zu vermeiden, macht es tatsächlich Sinn, in Sachen Gurke (und auch bei Kürbissen) auf gekauftes Saatgut zurückzugreifen. Experimente sind möglich und nicht schlimm, um jedoch keinen Ernteausfall zu erleiden, sollte man immer ein paar "sichere" Pflanzen in Reserve haben. 
  5. Das richtige schälen der Gurke. Ja, ein paar Bitterstoffe können vom Stielansatz mit dem Schälmesser über die Gurke gerieben werden. Das ist aber nicht schlimm und verursacht keine Bitterkeit auf der gesamten Pflanze (abbrausen hilft da in der Regel schon). 
Und wie schütze ich nun meine Gesundheit? 

Ganz einfach: Probiere (ablecken des Fruchtfleisches ist vollkommen ausreichend, bei Unsicherheit kann eine kleine Ecke gekaut werden, aber bitte ausspucken, wenn bitter) die Gurke einmal am Stielansatz, nachdem dieser abgeschnitten wurde. Ist er bitter? Dann schneide noch ein Stück ab und probiere erneut. Ist die ganze Frucht bitter, dann (leider) weg damit. Eine leichte Bitterkeit soll man mit Einlegen der Gurkenscheiben in einer Mischung aus Natron und Wasser wegbekommen- ich habe mich das aber noch nie getraut (trotz aller Infos, ja, da bin ich dann auch vorsichtig). 
Nun müssen die Bedingungen für die Gurkenpflanze verbessert werden. Um von Anfang an auf recht sicherer Seite zu sein, kann man veredelte (in der Regel teurere) Gurkenpflanzen beim Gärtner seines Vertrauens erwerben. Ich persönlich ziehe immer noch aus gekauftem Saatgut von Dreschflegel, einfach, weil die spannende, alte Sorten haben und okölogisch agieren. 

Zucchini
Nun zu den Zucchinis:

Gleiche Frage: "Hilfe, meine Zucchinis sind bitter". 
Eine der übelsten Antworten (Achtung, Aluhut in 3...2...1...): "Das ist von der Regierung so gewollt, die wollen, dass wir alle das genmanipulierte Saatgut kaufen". Huppala. Eine andere Antwort: "Da sind Giftstoffe drin, weg damit, keinesfalls essen, steht die neben einem Zierkürbis? Dann haben die sich gekreuzt". 

Was ist dran?
  1. Ja, Saatgutkonzerne wollen zunächst einmal eines: Saatgut verkaufen. Aber: Wir Menschen wollen auch etwas, nämlich sicheres Saatgut, mit maximalem Ertrag und besten Resistenzen gegen alles mögliche. Deshalb gibt es F1 Hybride. Die sind nicht schlimm- nur halt auch nicht vielfältig und man kann kein eigenes Saatgut aus den Früchten für die kommende Saison entnehmen, aber das ist eine andere Geschichte und das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe am Anfang auch F1 Hybride im Garten gehabt und heute nicht mehr. Man muss sich halt im klaren darüber sein, wen man mit welchem Saatgutkauf unterstützen mag, aber auch, was man selbst an Gemüse anbauen kann, will oder mag. 
  2. Genmanipuliert? In Deutschland gibt es meinem Wissen nach kein genmanipuliertes Saatgut, auch bei einem F1 Hybrid liegt keine Genmanipulation vor, es ist lediglich die 1. Filialgeneration aus zwei Elternpflanzen. CMS- Hybride wären tatsächlich gentechnisch verändert und müssten dementsprechend ausgewiesen werden, wie eben auch F1 Saatgut immer gekennzeichnet ist- aber wie erwähnt, in Deutschland meinem Wissen nach nicht erhältlich. 
  3. Giftstoffe. Richtig. Nicht essen, und tatsächlich ist bei den Zucchinis dann die ganze Pflanze betroffen. Sollte es sich hier um gekauftes Saatgut handeln: Unbedingt den Hersteller informieren und alle Informationen auf dem Saatgut- Tütchen mitliefern. Meist ist aber eher davon auszugehen, dass es sich um selbst gewonnenes Saatgut handelt und eine Rückkreuzung oder einer Kreuzung mit einem Zierkürbis stattgefunden hat. Wenn man selbst sein eigenes Saatgut gewinnen möchte, so sollte man sich zuvor bei Kürbissen unbedingt über den Weg dahin erkundigen. Ich selbst gewinne kein eigenes Saatgut aus Kürbissen, weil es mir zu aufwändig ist. Es muss selbst bestäubt und auch verhütet werden, da hört mein bescheidenes Wissen aber auch schon auf...
  4. Auch die Zucchini kann und sollte bei Verdacht (z.B. geschenkte Früchte vom Nachbarn o.ä.) probiert werden, vergleiche hierzu die Gurken. 
  5. Innerhalb einer Saison ist kein Kürbis für irgendwelche Bitterstoffe bei einer anderen Pflanze verantwortlich. Wir verzehren die Frucht, d.h. die Hülle, die den Samen umschließt, der ist es egal, von wem sie bestäubt wurde. Einzig der Samen kann zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis einer Kreuzung sein. Das ist aber nicht schlimm. Das merkt man erst im Folgejahr an den dann entstehenden Früchten. Heißt: Kürbisse können neben Gurken und Zucchinis stehen, solange man aus ihnen nicht kontrolliert Saatgut für das Folgejahr gewinnen möchte. 
Allgemeine Infos zur Bitterkeit bei Cucurbitaceae und warum es dennoch zu Vergiftungen kommen kann: 

Bei starken Erkältungen, durch diverse Krankheiten oder Einschränkungen im HNO- Bereich und im hohen Alter kann das Geschmacksempfinden für Bitterkeit stark eingeschränkt sein. Nur so erklärt sich für mich der Todesfall in Deutschland, bei dem ein älterer Herr nach dem Genuß einer Zucchinimahlzeit aus Eigenanbau verstorben ist. Daher ist es sinnvoll, dass man bei Unsicherheit versucht, eine zusätzliche Meinung bzw. einen zusätzlichen Menschen im Umfeld hat, der mal mit probiert. Einfach testen kann man seine Empfindung für Bitterkeit mit dem probieren von bitteren Lebensmitteln, die gesundheitlich unbedenklich sind. 
Wie bei allem, so ist auch hier die Dosis verantwortlich dafür, ob man keine, geringe oder starke Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod haben kann. Probieren und/oder ablecken und anschließendes ausspucken bei Bitterkeit sind sichere Methoden, die normalerweise keine Probleme mit sich bringen. 
Cucurbitacine werden NICHT durch kochen vernichtet. Anders als bei Bohnen wird der giftige Stoff weder zerstört noch abgebaut. 

Fazit: 

Wenn Ihr selbst Zucchinis und Gurken im Garten anbaut, so ist das gut und richtig. Wer sich an ein paar kleine Regeln hält (vor der Zubereitung probieren, eigenes Saatgut nur unter den richtigen Bedingungen entnehmen und auf Ungenießbarkeit eingestellt sein, die Früchte nicht verzehren, wenn sie bitter sind), der kann und wird viel Freude an seiner Ernte haben. Das Wissen über Cucurbitacine schützt aber nicht nur davor, nicht jede Gurke gleich herausrupfen zu müssen, sondern auch, um vor seltsamen Kommentaren in sozialen Netzwerken geschützt zu sein.

Sollten Biologen oder anderweitige, echte Profis an diesem Artikel Fehler entdecken, so bitte ich um eine kurze Info. Ich werde den Artikel dann umgehend anpassen. Er sollte so verständlich wie nötig und so aufklärend wie möglich sein. Danke. 


Sonntag, 26. Juli 2020

Lebensräume im Garten oder wie baut man eine Reptilienburg?

Etwas gutes muss so eine Pandemie doch mit sich bringen, oder? In meinem Fall mehr Zeit für meinen Garten und der Grundüberlegung, was man denn so mit seinem Sommerurlaub anfangen kann. 


Die fertige Reptilienburg. Ein langer Weg...

Nachdem ich definitiv feststellen konnte, dass sich die Ringelnattern und die Mauereidechsen mittlerweile angesiedelt haben und in meinem Garten auch eine Möglichkeit zum überwintern finden konnten (siehe dazu auch hier: Ringelnattern im Kleingarten), war es an der Zeit, diesen Lebensraum auszubauen. Es folgte eine Menge an Internetrecherche, viele Gedanken wurden gefasst, überprüft und verworfen und im späten Frühjahr manifestierte sich der Plan: Eine Reptilienburg muss her. Diese bietet einen ganzjährigen Lebensraum für Schlangen, Eidechsen, Kröten und alles, was sich zum überwintern gerne in untere Gemächer verzieht. Auch wenn es sich bei den beschriebenen Arten um Freßfeinde handelt, so sind sie doch in der Lage, als gemeinschaftliche "Kommune auf Zeit" zusammen zu kommen, da sie über den Winter keine Nahrung aufnehmen. Daher könnten theoretisch alle einheimischen Reptilienarten in so einem Habitat überwintern.

Die ersten Spatenstiche


Ich werde in diesem Artikel chronologisch über den Plan, die Ideen, die Hürden und den Bau einer solchen Reptilienburg berichten und würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn er bei Gefallen gerne kommentiert, verlinkt und verbreitet wird, einfach, weil so mit einfachen Mitteln und einer ganzen Menge an Muskelschmalz ein wundervoller Lebensraum geschaffen werden kann, der den eigenen Garten aufwertet und der eigentlich in keinem Naturgarten fehlen sollte. 

Der Plan: 

Zuerst kam mein Sandarium, wie oben erwähnt hatten sich die Schlangen und die Eidechsen bereits angesiedelt und ich konnte in diesem Frühjahr mehrere Exemplare nach ihrer Winterruhe im Umfeld meiner Terrasse antreffen (Hier der Link zum Bau eines Sandariums).

Wichtig: Ein sonniger Standort
Einge Bildersuchen, Blogbesuche und Gartensichtungen später war mir dann klar, dass ich eine schicke Reptilienburg bauen wollte. Die Ausmaße einer solchen Burg schreckten mich allerdings immer noch ein wenig ab, stand doch überall geschrieben, dass sie mindestens 1.50x1.50m und 40-60cm tief sein sollte, je nach Wasserablauf sogar bis zu einem Meter tief. Aber was tut man nicht alles...

Der erste Aushub
Die Tiefe benötigen die Reptilien, um sich geschützt in die Winterruhe begeben zu können, ohne zu erfrieren oder zu ertrinken. Daher macht es tatsächlich Sinn, das Loch so tief wie möglich auszuheben, eine ca. 10-20 cm tiefe Drainageschicht aus kleinen Steinen, Schotter, zerschlagenen, alten Tongefäßen und kleinerem Schuttabfällen zu legen und dann erst den lockeren, aber dennoch stabilen Aufbau aus größeren Steinen vorzunehmen.

Zum Nachbarn hin 1.50m Platz
Es sollten viele Lücken und Hohlräume entstehen, damit die unterschiedlichen Lebewesen auch in höherer Anzahl einen Platz finden können.

Ideen: 

Es gab im Netz wenige Reptilienburgen, die mich optisch überzeugt haben. Den Eidechsen mag das Aussehen egal sein, aber in meinem Garten wollte ich nicht einfach nur einen zusammengewürfelten Steinhaufen haben. Ich möchte keinesfalls die anderen Burgen abwerten, in jeder steckt mit Sicherheit viel Liebe und das primäre Ziel, damit Lebensraum zu schaffen, wo vorher keiner war- aber ernsthaft, googelt mal nach Bildern, ich musste ein paar Mal laut auflachen, einfach, weil so ein fotografierter Steinhaufen ohne nennenswerte Erklärung nichts anderes ist als eben ein Haufen Steine. Ein paar hübsche Burgen waren aber auch in jedem Fall mit dabei!!!

Ein Findling mit tollen Löchern.
Somit verfestigte sich der Gedanke, dass ich im sichtbaren Bereich der Burg in jedem Fall schicke Bruchsteine als Abschluss haben wollte. Eine weitere Frage, die sich stellte, war die nach einem Platz für den nicht unerheblichen Aushub an Erde, der bei der Errichtung des "Kellergewölbes" entsteht. Da ich den perfekten Platz in meinem Garten zu dem Zeitpunkt schon gefunden hatte, kam ich zu dem Schluss, dass mit dem Aushub die Landschaft rechts und links der Burg gestaltet werden kann, das sorgt dann auch gleichzeitig für eine gelungene Abwechslung auf dem ansonsten recht ebenen Terrain. Fehlten nur noch die Steine...

Ausrichtung: 

Eine Reptilienburg sollte möglichst sehr sonnig und nach Süden ausgerichtet gebaut werden. Ich habe eine Stelle gewählt, an der nur ein Baum in der Mittagszeit für ca. 1 Stunde Schatten wirft. Nach hinten hin besteht Schutz durch die Hecke zum Nachbarn (immergrün, daher auch im Winter entsprechend Schutz) und nach Westen und Osten ist der Aushub aufgeschichtet.

Materialbeschaffung: 

Für eine Reptilienburg benötigt man in erster Linie Steine. Und davon eine ganze Menge. Man benötigt kleine Steine, große Steine, mittlere Steine, alte Steine, Schottersteine, Steinplatten und vielleicht noch Kieselsteine, Findlinge oder vergleichbares. Kaputte Tongefäße gehen auch, ebenso unbelasteter Bauschutt. Sand ist auch nicht schlecht, wird aber eher für einen Nebenschauplatz benötigt (Erklärung folgt weiter unten im Text). Eine gute Schaufel, eventuell eine Grabegabel und eine Schubkarre sind ebenfalls nötig. Und Handschuhe! In jedem Fall Handschuhe.

Rechts ein paar Findlinge, ansonsten Füllmaterial.

Woher jetzt aber die Steine nehmen? Der aufmerksame Leser dieses Blogs hat bereits mitbekommen, dass ausgerechnet meine Kleingartenparzelle in einer der äußersten Ecken gelegen und daher kaum mit dem Auto zu erreichen ist. Jede Lieferung muss noch ca. 30m zu Fuß in den Garten geschleppt werden und zuvor muss noch ein Schlüssel für die Zufahrt organisiert werden.

Noch 2 Findlinge.
Aber Ok, der Steinbruchmann meines Vertrauens wäre meine letzte Option gewesen und ich hätte dort 2 Kubikmeter Bruchstein geordert- aber manchmal kommt es (glücklicherweise) anders, als man denkt.

Mauersteine...
Ich habe einen umfangreichen Aushang an die Suche-Biete-Tauschwand der Kleingartenanlage gehängt und alles aufgelistet, was ich suchte. Ich bekam eine halbe Schubkarre mit alten Steinen. Immerhin ein Anfang, aber für eine Anlage mit 88 Gärten doch irgendwie frustrierend.

Trockenmauersteine...
Mein nächster Nachbar hingegen hatte schon seit geraumer Zeit seinen Garten komplett umgestaltet und Unmengen an Steinen in einer Ecke seines Gartens gelagert. Meine Frage konnte ich bei ihm dann gar nicht zu Ende stellen, er antwortete mittendrin nur "Die kannst Du alle haben!". Ich habe mich mega gefreut und mir fielen wahrlich einige Steine vom Herzen. Da war alles bei- und noch ein bisschen mehr, wofür ich auch schon die nächsten Baustellen geplant habe.

Kantsteine...
Es macht Sinn, sich im Vorfeld bei Freunden, Familie und in einschlägigen Kleinanzeigenforen umzuhören. Die Menge an Steinen, die man braucht, ist nicht zu unterschätzen, aber gleichzeitig gibt es auch viele, die öfter mal was loswerden wollen.
Klassische Bruchsteine und Waschbeton.

Logistische Hürden und Stolpersteine: 

Die Steine mussten zunächst im Garten zwischengelagert werden, dabei wurde dann auch der Platz enger. Ich habe über ein paar Tage verteilt immer wieder ein paar Schubkarren in meinen Garten geschleppt, hey, Frauenpower, Yeah... und Muskelkater... und Rückenschmerzen... aber auch eine gehörige Portion Ehrgeiz, möglichst viel allein zu bewältigen.

Auf einem Foto wirkt es irgendwie kleiner...
Einzig für einen echt schweren Findling und für die langen Kantensteine halfen mir mein Mann und ein Freund. Auch die letzten 40cm Aushub nahm mir mein Mann ab, was mir half, meinen Zeitplan "Ende Juli" einzuhalten.

Die Tiefe beträgt ca. 90cm
Es macht Sinn, die Steine nahe dem Loch und einigermaßen sortiert zu lagern, ohne sich dabei Schubkarrenwege zu versperren. Optisch hässliches und gebrochenes Material so nah wie möglich, dieses wird als erstes ins Loch gegeben.
Breite und Länge je ca. 1.50m
Das Loch sollte grob abgesteckt werden, dazu habe ich die Grasnarbe von außen nach innen abgetragen und erstmal an drei Seiten einen kleinen Aufbau damit gesetzt. Die ersten 2 Spatenstich tief waren auch kein Problem- dann kamen Steine, Lehm und Trockenheit.

Hier nochmal die Gesamtansicht nach Aushub.
Ich empfehle jedem an so einer Stelle auf Regen zu warten. Sobald sich die Lehmschicht voll mit Wasser gezogen hat, kommt man wieder tiefer. Steine sind immer blöd, dabei hilft dann bisweilen die Grabegabel. Wenn man nicht gerade im Gebirge oder auf einem Gletscher wohnt, dann sollte ab der dritten Spatentiefe fast nur noch Lehm kommen, anstrengend, aber machbar. Spannend war für mich die Bodenstruktur, je tiefer, je heller. Logisch, aber es mal so zu sehen fand ich doch beeindruckend.
Beim befüllen unbedingt einen lockeren Schichtaufbau wählen, so dass sich genügend Hohlräume bilden.

Ich habe mehrere Tipps gelesen, in denen Unkrautfolie als Rieselschutz und/oder "Bedachung" verwendet wurde. Ich habe bewußt darauf verzichtet, ebenso auf ursprünglich geplante Röhren, da diese aus Kunststoff waren (mal schauen, ob ich daraus etwas anderes baue). Unkrautfolie, sofern nicht komplett verbuddelt, dient Mäusen als Nistmaterial und wird über einen längeren Zeitraum somit zerstört. Ich habe versucht, beim Bau darauf zu achten, dass möglichst wenig Erde in die Burg geschwemmt werden kann. Und wenn doch, so wird es so wenig sein, dass es der Sache als solches nicht schadet.

Der Aufbau: 

Meine Reptilienburg ist ca. 90cm tief. Es folgen 10-20cm Drainage, da das Wasser schlecht abfließt. Dann habe ich mit Steinen einen Aufbau bis zur Rasenkante vorgenommen. Dabei habe ich darauf geachtet, dass immer wieder "Dächer" gebildet wurden, damit in den unteren Etagen viele trockene Stellen entstehen. Da ich (Dank an den Buchsbaumzünsler) noch ein paar alte Wurzeln mit versenken wollte (Totholz ist ja immer gut in der Nähe von Reptilien), habe ich einen Hohlraum größer gebaut und nachdem die Stabilität gewährleistet war, das Holz hinzugefügt. Wenn das Holz tragend wäre, so kann es natürlich im Laufe der Jahre passieren, dass durch eine natürliche Verrottung die ganze Burg leicht nachgibt.

Die Drainage.
Von hinten habe ich dann den Aufbau mit Bruchsteinen fortgeführt, von vorne mit natürlich wirkendem Mauerbruchstein für Trockenmauern. Die Burg selbst hat in etwa eine Höhe von ca. 40/50cm, sie darf grundsätzlich aber auch bis zu einem Meter in die Höhe ragen. Meine Echsen wissen das aber nicht, und ich werde es ihnen auch nicht verraten.

Die erste Füllebene
Nach rechts und links befindet sich wallartig der Aushub. Hier habe ich auf die linke Seite noch auf den letzten Termin eine Bienenweide ausgesät. Im Hintergrund ist ein Gras gepflanzt und ich hoffe, dass mein echtes Johanniskraut angehen wird. Ich hoffe, dass der Boden für heimische Wildkräuter geeignet ist, diese sollen dort auf jeden Fall später wachsen.

Hier kann man den Schichtaufbau und die "Bedachung" gut erkennen.
Auf der rechten Seite habe ich auf dem entstandenen Hügel noch einmal ein Loch mit etwa 60cm im Durchmesser bis zum Boden hin ausgehoben. Den Lehm habe ich mit Spielsand gemischt und wieder aufgefüllt, so ergibt sich ein potentieller Eiablageplatz für Nachwuchs.

Ab jetzt erfolgt die optische Aufwertung, vorne noch ohne Sandfüllung.
Dicke Totholzäste werde ich bei Verfügbarkeit immer wieder hinzufügen, die ersten drei haben bereits einen schönen Platz gefunden.
Insgesamt ist die Anlage jetzt 6.50m x 1.60m groß geworden.

Detailansicht Sand, ca.3cm reiner Sand, danach mit Lehm gemischt.

Das wichtigste zu Bepflanzungen und Schutzmaßnahmen: 

Die Burg sollte von den Reptilien einigermaßen geschützt erreicht werden können. Pfade oder schmale Wege sind kein Problem, aber mitten auf einem englischen Rasen wird sich kaum eine Echse oder Schlange einfinden- zu groß sind die Gefahrenquellen, wie z.B. durch Katzen und Greifvögel. Die Zugänge sollten so klein sein, dass sich Katzen keinen Zutritt verschaffen können, auch der Platz für die Eiablage sollte katzensicher sein (Stichwort Katzenklo), hier helfen schon ein paar Rosenäste oder vergleichbares, die locker darauf vertreilt werden. Ich habe diese Fläche noch frei, weil ich den Sand auf dem Hügel habe- ich schätze, dass eine Katze ihr geschäftliches nicht auf dem Präsentierteller verrichten mag. Ab spätestens Frühjahr werde ich schützen, da ich bereits die ersten Igelspuren im Sand entdecken konnte- und bevor dass die sich an den Eiern bedienen, sollen sie lieber einen anderen Weg nehmen.

Totholz ragt ca. 1m in die Höhe.
Die Sandecke sollte nur lose zuwachsen, hier macht ein wenig Unkraut zupfen hin und wieder Sinn (nicht von Mai- September!), alles andere darf einen ebenfalls kontrollierten und etwas dichteren Bewuchs haben. Am besten eignen sich heimische Pflanzen, Heilkräuter, mediterrane Gewürze etc., am Besten trockenheitsresistent. Auch Heidepflanzen sind gut geeignet. Im Hintergrund lasse ich Gräser anwachsen, das vertrocknete Gras sollte nicht entfernt werden (vgl. dazu oben angefügte Links zu Sandarium und Ringelnattern). Je insektenfreundlicher, je besser- nicht nur gegen den Schwund ebendieser, sondern natürlich auch als Futterquelle für die Eidechsen.

Das Gelände ist leicht abschüssig. Vorne links die Wildblumenecke.

Die potentiellen Bewohner: 

Die Tiere können auf sich warten lassen- hier ist Geduld gefragt. Was aber sofort auffällt: Der Igel ist bereits über die Burg geklettert, die ersten Vögel haben ein Sandbad genossen (leider ohne Foto) und es waren mehrere Insekten zu beobachten, die hektisch suchend auf den Brachflächen unterwegs waren. Schmetterlinge versammeln sich auf dem Lehm, um Mineralien aufzunehmen und das Totholz ist bereits ein fester Landeplatz für Rotkehlchen und Co.

Im Vordergrund dicke Findlinge.
Neue Plätze werden auch von anderen Tieren gerne sofort angenommen, gerade Flächen, die es in halb urbanen Gegenden kaum mehr gibt. Wenn sich allerdings nach mehreren Jahren noch keine Sichtungen ergeben haben, dann können es auch Kleinigkeiten sein, die nochmal abgewandelt werden müssen.
Ich habe hier bewußt auf Fotos von Echsen und Schlangen verzichtet, die meisten Sichtungen habe ich bereits in vorangegangenen Artikeln dokumentiert. Ich hoffe, dass die Burg bereits in diesem Jahr noch angenommen und besiedelt wird, allerdings kann es durchaus noch bis zum nächsten Sommer dauern. Und dann werden auch Fotos gemacht- drück mir die Daumen, dass ein reges Treiben herrschen wird.

Der Sandplatz
Ich hoffe, ich konnte Dir die ein oder andere Anregung geben und vielleicht hast Du ja die Möglichkeit, eventuell auch mit Freunden oder in Deinem Verein, ein eigenes Biotop zu schaffen. Viel Spaß und Erfog dabei! 

Hier noch ein paar Impressionen aus der Bauphase:


Hier die Rückansicht mit der ersten Reihe Bruchsteinen.
So gut wie fertig.
Totholz mit einer gewissen Stabilität.
Links das erste gepflanzte Gras.
Steine schleppen mag ich jetzt erstmal nicht mehr so...


Freitag, 24. April 2020

Ringelnattern im Kleingarten: Schützen und Lebensräume bieten

In meinem letzten Artikel bin ich auf mein neu gebautes Sandarium eingegangen (siehe auch hier: "Lebensraum für Eidechsen"), in dem ich auch ausführlich die Handhabung mit meinem alten Pampasgras beschrieben habe. 

Dies ist das Exemplar von vorgestern
In den letzten beiden Jahren konnte ich ebenfalls eine Ringelnatter beobachten, die sich Ende April für wenige Wochen auf dem Gras gesonnt hat und in meinem kleinen Teichtümpel auf Molchjagd ging (siehe auch hier: "Ringelnatter im Kleingarten" und hier: "Die Ringelnatter erwischt einen Molch...".

Aufgrund der Größe konnte ich kein Geschlecht erkennen, vermute aber ein Weibchen

Und daher befasst sich dieser Artikel im ersten Abschnitt mit meinen Schlangen- Erlebnissen und im zweiten Teil mit einer kleinen Gartenrunde, die einen Einblick in die Lebensräume gibt. 

Ich liebe ja Spiegelungen
Fast auf den Tag genau kam ich vorgestern in den Garten und erblickte sofort, dass die Ringelnatter wieder da ist, allerdings diesmal ein wenig kleiner als die letzte und auch viel grünlicher.

Aus dieser Serie musste ich einfach ein GIF bauen
Ich hoffte auf ein ähnliches Verhalten und pirschte mich mit Decke und Kamera an den Tümpel. Nach 2 erfolglosen Angriffen im Teich plöppte plötzlich, während die Natter kurz zum sonnen auf festem Grund weilte, der Frosch unmittelbar vor meine Nase, machte noch einen kurzen Satz und wirkte insgesamt ein wenig paralysiert. Somit gab er mir allerdings auch die Zeit zu diesem Foto. Nach einigen Augenblicken hüpfte er dann recht unkoordiniert in den Teich meines Gartennachbarn. Dort ist er immer noch und quakt fröhlich vor sich hin. An meinem Tümpel verhält sich jeder Frosch vorbildlich leise- ich frage mich, woran das liegt...
Frosch, noch ein wenig durch den Wind
Einem Molch geling hingegen keine Flucht mehr, beim dritten Angriff gelang der Ringelnatter ein Treffer (da ich dies gefilmt habe, gibt es ausnahmsweise kein Foto, aber es ging ja am nächsten Tag weiter, also dranbleiben und weiter lesen...).

Nach ungefähr 2 Stunden, die ich in nahezu völliger Bewegungslosigkeit verbracht habe war die Jagd nach Bildern an diesem Tag ausgesprochen erfolgreich beendet.

Rechts das Männchen, wesentlich kleiner als das Weibchen- läuft bei Schlangendamen


Gestern berichtete mir dann mein Nachbar, dass er auch eine Schlange in seinem Teich gesichtet habe.

Und immer der Herzensdame hinterher...
Als ich dann von meiner Terrasse auf meinen Tümpel blickte glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Im Teich waren 2 Ringelnattern, ein Männchen und ein Weibchen, welches gerade einen Molch verspeiste, das Männchen verweilte dabei in unmittelbarer Nähe zum Weibchen.

Erwähnte ich das schon mit den Spiegelungen? ;)
Die Ringelnattern sind gerade eben erst aus ihrer Winterstarre erwacht und jetzt ist eben Paarungszeit. Was für ein unfassbares Glück, dass sich diese Paarung nun ausgerechnet in meinem kleinen Garten abspielt.

Wirkt romantischer als es in Wirklichkeit ist
Während das Weibchen eher einen unbeteiligten, immer noch auf Beutezug bedachten Eindruck machte schlängelte sich das Männchen heftig aufgeregt durch das Wasser und biss sich gelegentlich am Rücken des Weibchens fest, eher so knabberig, aber doch irgendwie- es ist kompliziert.

Das einzige Bild, wo es nicht nach Schläuchen ausschaut
In der Regel sind Ringelnattern teilweise minutenlang völlig regungslos, entweder auf der Jagd oder beim Sonnenbaden, aber der werte Herr hinterließ fast schon einen leichten ADHS- Eindruck. Als das Weibchen einmal kurz aus dem Teich herauskam wurde er noch zappeliger und ist direkt hinterher.

Nichts für schwache Nerven
Sie hingegen fraß erstmal noch einen Molch...

Irgendwann hat er es aber doch geschafft und gemeinsam ver- und entknoteten die Beiden sich über mehrere Minuten. Wirklich schicke Bilder bekommt man dabei nicht, es sieht eher so aus, wie wenn sich 2 Reifenschläuche miteinander verheddert hätten, hier übrigens so ein "Männchen hat sich festgebissen"- Bild. Wenn sie dann ein Stück geschwommen ist, hats ihn genau an der Stelle festgehalten und er wurde mitgezogen.

Japp, schicke Spiegelung
Irgendwann ließ sich dann sogar noch eine dritte Ringelnatter, ebenfalls ein Weibchen, blicken. Er wusste kurzzeitig nicht mehr so ganz Bescheid und schoss dem anderen Weibchen hinterher, kehrte dann aber wieder in den Teich zurück. Auf mich wirkte es ein bisschen so, als ob das zweite Weibchen unerwünscht war.

Was man so Romantik nennen kann
Als alles soweit erledigt war, kamen beide aus dem Wasser und paarten sich noch einmal an Land zwischen den abgestorbenen Gräsern. Leider auch wieder Fahrradschlauchcharakter. Aber ich habe zwischendurch immer mal wieder ein bisschen gefilmt und werde in freien Minuten mal schauen, ob ein nettes Ergebnis dabei herauskommt.

Normalerweise wird mit solchen Bewegungen der Kiefer wieder in Position gebracht. In der Regel nach dem Verschlingen eines Opfers
Abends tat mir dann zwar alles weh, aber das war es wert.

Auf der Suche nach IHR
Auch hier bewahrheitet sich ein wenig die Erfahrung der letzten Jahre: Abgestorbenen Gräser keinesfalls entsorgen und einen Schnitt an Gras nicht bodennah ausführen. Schnittgut am besten unmittelbar an der Pflanze großzügig aufschichten, es wächst im Sommer eh alles wieder zu. In der Nähe noch ein Teich, viele Versteckmöglichkeiten sowie sonnige und schattige Plätze, ein paar Steine und Sand, Kompost sowie mindestens 2 Totholzecken (schattig- feucht und sonnig- trocken) bieten einen unfassbar tollen Lebensraum für Reptilien, Igel und auch bodennah brütende Vögel.

Eine gute Figur gab der Herr nicht wirklich ab
Faszinierender Weise kommen sie sich scheinbar nicht bis zur völligen Ausrottung hin in die Quere, der Igel schläft bei mir auf der einen Seite, die Nattern kommen von der anderen Seite und die Echsen scheinen sich eher im oberen Bereich aufzuhalten. Und alle sind ja irgendwann auch mal satt (immer optimistisch bleiben). Im folgenden füge ich noch ein paar Aufnahmen zur besseren Vorstellung an und beschreibe ein wenig, was hier und da so zu finden ist:

Günsel auf der Wiese.
Ich mähe zu Beginn der Saison nur die Wiesenstücke, die sich unmittelbar in der Nähe zu den Gartennachbarn befinden. Den Rest lasse ich so lange wie möglich stehen, damit z.B. das Wiesenschaumkraut ausblühen kann oder hier der Günsel neben Gänseblümchen und auch Löwenzahn genug Futter für heimische Insekten bietet.

Blick auf die Hütte- und auf so viel mehr...
Eine klassische Kleingartenhütte. Hier zählt aber der Vordergrund: Das recht hoch geschnittene Pampasgras bietet den Grundlebensraum, links daneben gilt: Ohne Wasser geht es nicht, aber diese ca. 300 Liter reichen schon aus. Rechts oben wo man die Ton- Sonnenblume erkennt, befindet sich das Sandarium und nach rechts ist der Boden wieder dicht bewachsen.

Hier die Seitenansicht
Das Sandarium befindet sich auf meiner Terrasse, so wird es am wenigsten durch herabfallendes Laub bedeckt und es ist einer der wärmsten Plätze im gesamten Garten.

Frontansicht
Das Sandarium: Viele Steine, ein wenig Totholz zum erklimmen, Sand, eine kleine Wasserstelle und ganz viele Versteckmöglichkeiten. Bei dem Dekogedöns handelt es sich um die gesammelten Werke aus dem Erbe meiner Eltern, die hier noch einen guten Unterschlupf bieten und dem Ganzen einen in meinen Augen schicken Shabby Look geben.

Von der Terrasse aus
Hier ist der Blick von der Terrasse aus, hinter der grünen Hecke im Vordergrund ist der sonnig- trockene Totholzhaufen zu erkennen. Dieser wächst im Laufe der Zeit immer weiter an, je nachdem, was im Garten so an nicht- häckselbarem Schnittgut anfällt.


Wiesenansicht
Bitte nicht von der Weitwinkelaufnahme täuschen lassen, der gesamte Garten hat ca. 400qm. Rechts mittig ist mein Wildblumenbeet, dort blühen im Frühsommer und über den Sommer diverse Wildblumen, Sonnenblumen und alles, was zu schade zum zupfen ist. Ich pflanze dort auch unerwünschte 1, 2 und mehrjährige Pflanzen hin, die ich über die Saison in meinen Beeten finde, z.B. Fingerhut, Mutterkraut, Ringelblumen, Nacht- und Königskerzen, Jungfer im Grünen, vor ein paar Tagen eine Pfefferminze sowie in die Lücken eine Wildblumenmischung. Angepflanzt wurden Kamille und Alant. Die drei Kästen auf der Treppe sind mit Oregano und Currykraut für meinen Eigenbedarf bepflanzt, ein Teil darf aber auch ausblühen.

Die Kompostecke ist im Sommer recht überwuchert mit Brennesseln und leider auch mit Ackerwinden.
Die Kompostecke wird regelmäßig völlig überwuchert. Ich ziehe dann einmal mit der Heckenschere drüber, um wenigstens noch freien Zugang zu haben. In der Ecke befindet sich die eher feuchte, schattige Totholzecke.

Hier ist die Totholzecke
Die Totholzecke ist auf diesem Bild besser zu erkennen.


Grenzbeet
Dies ist eines meiner Zierpflanzenbeete, wobei ich da eigentlich so gar kein "echtes" von habe. 2 Johannisbeersträucher finden sich, ein Flieder, ein Zwergflieder (so gerade noch im Bild) und links neben der Fotografin (also aus dem Bild raus...) stehen noch 2 Duftrosen (für meinen Rosensirup), in einer habe ich tatsächlich auch einmal eine veränderliche Krabbenspinne gesichtet. Es vermehren sich gerade Fingerhut, zugewanderte Lichtnelken (ungefüllt), Lungenkraut, eine Pfingstrose, Taubnesseln, Frauenmantel, dazwischen immer wieder Phacelia und Mohn. Wenn dann noch Platz ist säe ich ein paar gemischte Wildblumen dazwischen und natürlich Sonnenblumen. Rechts hinten beginnt mein Gemüsebeet, zu erahnen sind Schnittlauch, ein riesiger Salbei und Liebstöckel. Dann noch Ysop, Rosmarin und Teefenchel im mehrjährigen Kräuterbeet. Die Gemüsebeete selbst werden in jedem Jahr anders bepflanzt und es gibt noch eine Reihe mit gemischten Beerensträuchern.

Überall, wo es möglich ist befinden sich Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten und was für den ordentlichen Kleingärtner rumpelig und verwildert scheint beinhaltet eine ganze Menge Arbeit, da ich versuche jedes Kraut zu bestimmen, hier und dort umzupflanzen und auf seinen Nutzen zu überprüfen. Wenn dann alles in seiner vollen Blüte steht, so ist das mein Gartentraum.