Sonntag, 17. Juli 2016

Anlage eines Beetes im und erste Erfahrungen mit dem Gewächshaus

Ich habe ja schon hier darüber berichtet, wie sich Freilandkulturen zu den Kulturen im Gewächshaus verhalten. 


Was dazwischen allerdings ein bisschen zu kurz gekommen ist, war die Anlage des "Innenlebens" im Gewächshaus, deshalb folgt jetzt quasi ein Nachtrag.

Anlage des Bodenbeets im Gewächshaus

Auf der langen Sonnenseite (gegenüber ist zur Beschattung im Sommer eine Hecke) habe ich das Gewächshaus mit Regalen bestückt. Das vereinfacht die Anzucht ungemein und bietet sehr viel Platz für die Keimlinge und später für die Jungpflanzen. Mit 60 cm Tiefe auf 3,25 m Länge lässt sich arbeiten.

Sehr praktisch: Saatschalen mit Flies zur Wasserspeicherung
Ein schmales 15cm Regal weiter oben bietet noch Platz für Werkzeuge, kleine Töpfe und Gartengeräte. 

Unter den Regalen bleibt genug Platz für größere Töpfe und Blumenkästen, in die niedrigere Kulturen Platz finden oder in denen Pflanzen für das Freiland vorgezogen werden.
Ich hatte noch Bruchsteine aus meiner Wall- Aktion (siehe auch hier: Kampf gegen die Ackerwinde ohne Gift) übrig. Mit diesen habe ich auf einer Breite von 60 cm das Beet im Gewächshaus abgeteilt, ich erhoffe mir so auch eine ganz leichte Wärmespeicherung durch die Steine). Da sich vorher ca. 30 Jahre eine Wiese auf der Fläche befunden hat, habe ich die Erde mit Pferdedung (Pellets), Gesteinsmehl und Sand angereichert.
Herzgespann und abgelaufene Salatsamen befinden sich in den Schalen
Eine meiner ersten Handlungen war zudem ein wenig Schneckenkorn ins Haus zu legen, damit sich dort ja keine Schnecken über die Saat hermachen können. Kein schlechter Gedanke, wie mir die Spuren in den kommenden Tagen zeigen sollten (auch in den folgenden Wochen musste ich leider immer wieder ein paar Körnchen auslegen- wobei die Menge keinen Vergleich zum Freiland zulässt. Das Mikroklima lässt die meisten Schnecken tatsächlich vor der Tür).
Gurken, Pepperoni, Melonen und Tomaten im Beet, Paprika im Topf, für`s Auge eine Kornblume
Was kommt nun wohin? 
Ich habe viel nachgelesen und recherchiert. Zudem habe ich versucht, die angegebenen Pflanzabstände endlich mal einzuhalten. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich neige dazu, diese kleinen Pflänzchen immer viel zu dicht zu setzen... "die brauchen doch gar nicht soo viel Platz"... Doch, brauchen sie, und ich erlebe gerade wieder, dass selbst diesmal irgendwie alles zu dicht zu wachsen scheint.

Paprika und Pepperoni fühlen sich auch im Topf sehr wohl
Gurken, Melonen und Paprika eignen sich sehr gut für das Gewächshaus, die Paprika fühlen sich in Töpfen und Kästen sehr wohl und können bei Bedarf oder wenn es im Haus zu heiß wird auch kurzerhand ausquartiert werden.
Die Gurken und die Melonen mögen es gern im geschützten Beet, zumal so der gesamte Raum des Gewächshauses nach oben genutzt werden kann.
Manche schwören auf Tomaten im Haus- ich bin zur Zeit noch zwiegespalten, 2 Pflanzen habe ich wegen des Verdachtes auf Pilzbefall bereits entsorgt. Lieber riskiere ich viele unterschiedliche Standorte in der Hoffnung auf gute Ergebnisse. Eine regelmäßige, gute Durchlüftung ist eine Grundvoraussetzung und wenn man nicht jeden Tag im Kleingarten ist, kann es schnell zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommen.
Topfkulturen Anfang Juni
Auf den Regalen und in den Blumenkästen habe ich fast ausschließlich für das Freiland vorgezogen: Zierkürbisse, Zucchini, Keulenkürbis, Spaghettikürbis, Kalebassen, Zuckermais "Rainbow Inka", sogar Stangenbohnen (aus Angst vor Schnecken), rote Beete (vermutlich nicht nötig, die kommt auch gut als Direktsaat), sibirisches Herzgespann, Sonnenblumen, Kornblumen, Pflück-, Eisberg- und Kopfsalat, Tomaten in allen Variationen und ein paar Kohlsorten (von denen 80% den Kaninchen gemundet haben).
Nachdem ich gelesen habe, dass "Tagetes minuta" die Ackerwinde vertreiben soll, habe ich diese ebenfalls ausgesät, dazu jedoch im Herbst ausführlicher, da ich dann mit den ersten Ergebnissen rechne.
Update 19.04.2018: Nachdem mich ein Kommentar mit der Bitte um Erfahrung erreicht hat, kann ich folgendes berichten: Leider habe ich 2016 und 2017 nur jeweils 4-5 Pflanzen vorziehen können. Diese habe ich mit großen Abständen ausgepflanzt und vermutlich dadurch keine Erfolge erzielt. Momentan ist durch den späten Frühlingsanfang noch keine Saat aufgegangen, wodurch es in 2018 vielleicht zu keiner einzigen Tagetes minuta Pflanze kommen wird. Dennoch: Ich bleibe dran und experimente weiter. Eine grobe Schätzung (bedingt durch die Größe, die die Tagetes minuta erreichen kann) lässt mich vermuten, dass pro qm 4 Pflanzen stehen müssen.
Blick durch das Fenster, Mitte Juli
Ja, ich säe von allem unendlich viel- aber wo sich auch Schnecken, Kaninchen und Mäuse über die Pflanzen hermachen bleibt meist kaum echter Überschuss übrig. Ein bisschen Braunfäule noch an den Tomaten und vielleicht ein paar Raupenschwünde... also besser zuviel und der Verlust einiger Pflanzen ist zu verschmerzen.
Ich habe mir auch schon zu Fensterbank- Zeiten die Mühe gemacht, und die Saatkörner einzeln in kleine Töpfchen gesetzt. Das erspart mir das pikieren und ich kann den Platz besser abschätzen. Ist als Tagesaktion vielleicht ein wenig aufwändiger, aber es spart Saatgut und anschließend die Zeit beim pikieren und verlesen.
Und der Blick durch die Tür. Die ersten Salate sind bereits mächtig geschossen
Auf der Suche nach ein wenig Fachliteratur stiess ich übrigens auf das Werk von Thomas Jacob: "Gartenkalender/ Selbstversorgergärten" für ca. 5.50 Euronen. Darin sind auch kleine, beschriebene Anbaupläne (keine Zeichnungen!) für ein Gewächshaus enthalten, die der Autor ausführlich im Selbstversuch getestet hat. Es ist ein sehr übersichtliches Büchlein, in dem zum Gemüseanbau alle wichtigen Fakten und ein paar kleine Tipps enthalten sind. Ich empfehle es, weil es nicht überfordert und gut gegliedert ist. Für Anfänger sehr gut, erfahrene Gärtner haben vermutlich bereits ausführlichere Werke.

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