Samstag, 30. Juni 2018

Schwalbenschwanz Studie

Seit einigen Wochen beobachte ich voller Freude meine Schwalbenschwanzraupen und die eine Puppe, die ich finden durfte- und ich wurde belohnt.

Die Krümmung des Weibchens lässt erkennen, dass eine Eiablage erfolgt.
Alles begann in der Woche vor dem 27. Mai, als ich nach langer Zeit eine Sichtung machen durfte. An besagtem 27.5. konnte ich dann eine Schwalbenschwänzin bei der Eiablage fotografieren.

Hier kann man ein Ei erkennen
Den letzten Schwalbenschwanz habe ich hier, im westlichen NRW, zum ersten und letzten Mal im Jahr 2015 gesehen. Und nun gleich ein Weibchen, welches sogar Eier abgelegt hat. Die Ablage erfolgt an den Futterpflanzen für die Raupen: Vorzugsweise Dill, Fenchel und Möhre. Nach ein paar Tagen schlüpfen die Raupen und erblicken als winzig kleine, schwarze Wesen das Licht der Welt.
Noch ganz schwarz und nur ein paar mm "groß"
Es werden pro Pflanze nur sehr wenige Eier abgelegt und Jungpflanzen werden bevorzugt. Da ich in diesem Jahr unfassbar viele, junge Fenchelpflanzen im Garten habe, muss es das Paradies gewesen sein.

Die erste Farbe kommt hinzu, in der Mitte ist die Kotsimulation gut zu erkennen.
In der Mitte der Raupe bildet sich nach kurzer Zeit eine weiße Färbung, eine Tarnung der Raupe, sie simuliert dadurch optisch einen kleinen Vogelschiss- das finde ich ja ausgesprochen lustig. Im Laufe ihrer Entwicklung gewinnt sie mehr und mehr an Farbe, um kurz vor der Verpuppung in wunderschönen Farben zu erstrahlen.

Raupe kurz vor der Verpuppung
Pro Pflanze schafft es in der Regel nur eine Raupe, da sie durch einen vermeindlichen Konkurrenzdruck dazu neigen, sich gegenseitig aufzufressen, so dass bei mehr als einem Tier auch nur eine Raupe überlebt.

Raupe Detailansicht
Insgesamt konnte ich an einem einzigen Tag 9 Raupen an den unterschiedlichsten Stellen und in verschiedenen Entwicklungsstadien beobachten. Zum Glück habe ich auch eine Puppe finden können, sie musste von einer etwas früheren Ablage, die ich nicht beobachten konnte, abstammen.

Die Puppe
Über einen Zeitraum von 3 Wochen habe ich diese Puppe täglich aufgesucht und am 28.06. war es endlich soweit: Der Kokon hatte sich von einem auf den anderen Tag zur Hälfte braun verfärbt. 2h später war der Schwalbenschwanz geschlüpft. Leider habe ich den Schlupf verpasst, aber die Entschädigung, den Falter beim trocknen fotografieren zu können, machte alles wieder wett.

Detailansicht
Während der Falter trocknet, ist er natürlich angreifbar. Mein "Angriff" bestand aus einer ausgiebigen Fotoserie, in der ich ihn natürlich auch vor Angriffen geschützt hätte.

Die Flügel erscheinen wie fein gewebter Stoff.

 Als er dann schließlich zu seinem ersten Flug aufbrach war schon kleiner Hauch von Wehmut dabei- aber so ist die Natur nun einmal.
Möge er ein erfülltes Falterleben geniessen.

Aufgeklappt
Es war ein langer Zeitraum der unterschiedlichsten Stadien einer alltäglich stattfindenden Schmetterlingsentwicklung und für mich ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich nicht missen mag- danke an dieser Stelle an alle Schwalbenschwänze da draußen!

Aufgeklappt im Gegenlicht, kurz vor dem ersten Flug
Und jetzt hoffe ich natürlich, dass sich die dritte Generation zuverlässig entwickelt, im besten Fall natürlich in meinem Garten- sie sind willkommen :)





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